Mittwoch, 27. April 2011

Day 243



An dieser Stelle sollte eigentlich ein Eintrag über unseren Dänemark-Urlaub kommen. (Dieser kommt dann vielleicht mal noch in nächster Zeit, falls mir langweilig wird, es sei nur gesagt, dass es sehr nett war und wir gut zurückgekommen sind ;)) Aber als halbe Engländerin darf ich einfach an so einem Tag wie heute kein anderes Thema mehr haben als die ROYAL WEDDING!!!!!!!!!!!!!!!!! Das Land dreht durch, es ist unglaublich. Von London bis in die kleinsten Kuhkäffer, überall ist die Euphorie angekommen, die Deko hängt, die Vorbereitungen für alle Street-Parties und Live-Übertragungen laufen auf Hochtouren. Ich hoffe ich kann dann entsprechende Bilder bzw. Videos nachreichen. Meine Reise nach London startet irgendwann zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen. Ich rechne natürlich fest damit, dass Harry mich doch noch als seine Begleitung mitnimmt, die Queen mit mir ein Sektchen trinkt und ich mal ein bisschen mit Europas high society plaudern kann. Falls das zu viel verlangt ist, gebe ich mich notfalls auch mit der ersten Reihe vor dem Buckingham Palace zufrieden, so lange ich den Hochzeitskuss dann auch wirklich gut sehen kann. Ich hoffe, ihr habt euch alle frei genommen (schon doof, wenn man keinen Feiertag hat ;)) und schaut die Übertragung im Fernsehen an. Immerhin ist das die zweitbeste Hochzeit des Jahres!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Spaß am Freitag! :)

Dienstag, 12. April 2011

Day 228


Hallihallo,
 da ich nun fast eine ganze Woche im neuen Haus + Ort lebe, wird es Zeit, dass ich euch berichte, wie es denn so ist.
Zeit hab ich auch, weil die Kinder schon Osterferien haben. Deshalb sind die Mädels mit meiner hostmum heute bei irgendeinem Activity-Kids-Camp, und ich bin mit den Jungs hier. Sully hätte zwar auch gehen sollen, aber nachdem Sadie übers Wochenende wieder ganz gesund geworden ist, ist er heute morgen mit Fieber aufgewacht…
Obwohl alles ein bisschen chaotisch war, hat es tatsächlich geklappt, dass wir am Mittwoch gleich im neuen Haus schlafen konnten. Am Donnerstag durfte ich dann gleich mal die Kinder von der Schule abholen, sind echt nur 3 Minuten bis zur Schule. Sully hatte dann noch Fußball, wo ich zuschauen durfte - ich wusste nicht ob ich lachen oder heulen sollte. Also sagen wir mal so, das ist glaub nicht ganz sein Sport :D Er war Torwart, aber immer wenn ein Ball gekommen ist, war er leider damit beschäftigt, mir zu winken und „Look i’m the goalie!!!“ zu rufen. Das war ein Spaß! 
Ansonsten hat man die letzten Tage wenig vom Haus gesehen, überall stand alles voll mit Kisten. Es ist jeden Tag ein neues Abenteuer, das zu finden, was man für den Tag so braucht. Aber es wird von Zeit zu Zeit etwas besser. Bis alle Kisten ausgeräumt und alles an seinem Platz ist, wird es aber noch dauern. Keine Ahnung, ob ich das noch erleben darf… Ansonsten hab ich schon gut ausgenutzt, dass wir jetzt so schön zentral wohnen. War einfach sehr cool, am Samstagabend mit anderen Au Pairs was zu machen und danach heimlaufen zu können. Es gibt sogar Straßenlampen hier! Die einzige Gefahr, die jetzt noch droht, sind die Füchse. Die hats vorher zwar auch schon gegeben, aber hier stand jetzt zum ersten Mal einer direkt vor mir auf der Straße. Aber der wollt nur spielen ;) 
Am Sonntag hab ich dann London mit Sommerwetter genossen (ja bei uns wars auch so schön wie bei euch!). Ich war auf dem Spitalfields Market und danach sind wir zum Monument, das an den großen Brand in London erinnert. 311 Stufen muss man raufgehn und dann hat man doch echt eine nette Aussicht über London. Die Zugverbindung hier ist auch perfekt, 5 Minuten zum Bahnhof, dort fährt alle 10 Minuten ein Zug, der in 30 Minuten da ist und man direkt beim Trafalgar Square aussteigen kann.
Ja, ansonsten versuchen wir uns langsam an einen neuen Alltag hier zu gewöhnen, was jetzt aber schwierig ist, weil die Kinder ja schon in den Osterferien sind und Ferien sind immer Ausnahmezustand. William findet das neue Haus übrigens super, er fährt grad mit seinem Bobbycar durch das Wohnzimmer und jeden Morgen läuft er einmal durchs Haus und sagt: „Oohh wooow, new house!“ Mit unsrem einen Fernseher läuft es auch ganz gut bis jetzt, sie haben bemerkt, dass sie noch nen „kleinen“ Fernseher von Amerika haben, der zwar nicht als Fernseher hier läuft, aber immerhin kann man da die Playstation anschließen.
Nun versuchen wir hier halt, dass alle Kinder schnellstmöglich gesund werden, weil am Samstag solls ja schon in den Urlaub nach Dänemark gehen. Das wird auch spannend, vor allem das Fliegen mit allen vier Kids wird sicherlich aufregend.
Auch wenn ich echt sagen muss, dass meine vier verwöhnten Plagegeister wirklich anstrengend sein können (oder liegts nur daran, dass meine Geduld einfach verbraucht ist jetzt?!), versuch ich sie doch noch in vollen Zügen zu genießen, denn in 8 Wochen ist der Spaß hier schon vorbei. Mein Rückflug ist nun gebucht, und meine hostmum diskutiert jeden Tag mit mir, was sie denn machen soll, wenn ich weg bin. Eigentlich sollte ich ja das letzte Au Pair sein und wenn wir mal ehrlich sind, kann sie das schon auch gut alleine hinkriegen. Kann sie halt nicht mehr jeden Morgen zum Kaffeekränzchen. Aber sie kriegt jetzt doch Angst, deswegen wird sie zumindest ein Sommer-Au Pair nehmen. Für 8 Wochen, also wenn ich geh und dann für die Zeit bis die Schule hier rum ist. Da wollten sie ja eigentlich unbedingt, dass ich so lange hier bleibe. Aber das wird mir einfach zu stressig, mit Uni-Bewerbungen und allem und außerdem will ich den Sommer auch zu Hause genießen!
Das können sie natürlich verstehen. Von der Oma wurde ich schon zum Urlaub nach Atlanta diesen Sommer eingeladen, das wird wohl aber nix - vielleicht nächstes Jahr dann… Ansonsten hab ich das Versprechen bekommen, dass das Sommer – Au Pair mich nicht ersetzen wird, und ich bin mir sicher, dass ich oft genug auf Besuch zurückkomme um dafür zu sorgen, dass sie mich nicht vergessen. Aber nun sind es ja erst mal noch zwei Monate, als Au Pair kann ich aber nicht anders als in Wochenenden zu rechnen und da wären es noch 8, zwei davon sind wir in Dänemark, also noch 6 Wochenenden wo ich mein geliebtes London unsicher machen kann. Wo ist nur die Zeit geblieben???

Ich schicke euch liebste Grüße aus dem ganz und gar nicht verregneten England!

Day 221 – Eintrag vom 5. April

So, falls es noch irgendjemanden da drüben im schönen Deutschland gibt, der aus welchen Gründen auch immer, die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat und ab und zu noch in meinem Blog schaut, nur um dann wieder einmal festzustellen, dass ich nichts Neues geschrieben habe, dann ist dieser Eintrag nun genau für diese Person!
Ich muss zugeben, es musste soweit kommen, dass wir keine Internetverbindung mehr haben, damit ich meine Zeit mal wieder für einen Blog-Eintrag opfere. Aber gut, wenigstens kann ich so am Ende sagen, dass ich doch irgendwie bis zum Schluss durchgehalten habe, auch wenn ich es mit dem regelmäßigen Schreiben jetzt nicht soo genau genommen habe…

Nunja, es hätte ja schon genug Gründe gegeben, um früher etwas zu schreiben, wie zum Beispiel meinen zweiten großen Au Pair-Tag, das Wombats Konzert, auf dem ich war, oder die beiden Besucher-Gruppen. Das jetzt im Nachhinein alles nochmal lang und breit zu erzählen, wäre erstens im Nachhinein nur noch halb so interessant und zweitens bin ich dazu auch zu schreibfaul. Und drittens: alles Schnee von Gestern!

Werfen wir doch mal lieber einen Blick auf das Heute!
Heute ist der 5. April 2011 und wir stecken hier mitten in unserem Umzug. Letzten Freitag ist erstmal die Großmutter aus Atlanta eingetroffen, dieses mal die Mutter von meinem hostdad, so damit ich auch wirklich alle Seiten der Verwandtschaft kennen lerne. Grandma Jean ist äußerst nett und seeehr in ihre Enkelkinder verliebt, sie war keinen einzigen Tag in London, ihr einziger Wunsch ist, bei den Kids zu sein und uns zu Hause ein bisschen zu helfen. Gefällt mir persönlich schon mal sehr gut, bedeutet ja weniger Arbeit für mich. Vorbereitet auf unseren Umzug haben wir uns überhaupt nicht. Der normale Alltag hier ist ja viiieel zu stressig hier. Und am Anfang hatte sich meine hostmum mal überlegt, vielleicht ein paar von den fünfzigtausend Spielsachen auszusortieren oder durch die Kleiderschränke der Kinder zu gehen, aber na ja, sie ist halt immer so busy…
Das Thema Packen hat sich praktisch auch von selbst erledigt, weil das unsere Umzugsfirma für uns macht. Naja, irgendwie wusste keiner so wirklich, was genau das jetzt bedeutet, deshalb haben wir sicherheitshalber mal wirklich nichts aufgeräumt oder geordnet, ich mein, wenn schon, denn schon. Die werden ja schließlich dafür bezahlt. Wir haben uns dann aber darauf geeinigt, dass ich meine Sachen schon selber zusammenpacke und die Movers nur meine Möbel übernehmen. Rein theoretisch müssten meine ganzen Sachen ja auch in meine Koffer passen und das jetzt wäre nur eine Generalprobe für das Packen vor dem Heimfliegen. In der Praxis sah das alles aber sehr anders aus. Gestern hab ich erst mal 30 kg von einem Paketdienst abholen lassen, die das nach Deutschland bringen (ich kann nur hoffen, dass es auch wirklich ankommt). Dann hab ich den Rest hier mal versucht in große Taschen zu Packen. Es ist dann so ausgegangen, dass mein ganzes Zimmer voller Taschen war und die Umzugsfirma heute dann doch alles für mich gepackt hat. Schade, kann wohl nicht mehr nach Hause kommen, wären einfach zu viele Gepäckstücke…
Seit dem Wochenende ist Sadie jetzt richtig krank. Natürlich eine schöne Mischung: krankes Kind + Umzug. Vor allem weil die arme einfach alles hat. Fieber, Schüttelfrost, Schnupfen, Halsweh, Essen kann sie auch nicht drin behalten… Ein rieten Spaß also. In der ersten Nacht musste meine hostmum jede Stunde aufstehn und ihre Temperatur messen und in der zweiten Nacht musste Sadie dann ein Eisbad nehmen, weil sie so hohes Fieber hatte und natürlich hat sie da die ganze Nachbarschaft zusammengeschrieen (versteh ich gar nicht, so ein erfrischendes Mitternachtsbad in Eiswürfeln ist doch fein!).
Heute war dann der große Tag und die Movers sind gekommen. Und ich muss sagen: gut, dass wir vorher nix gemacht haben, die haben das voll drauf. Zu dritt sind die gekommen, und zur Mittagspause waren sie schon fast fertig. Abnormal wie schnell die alles gepackt haben und sich nebenher totgelacht haben, dass wir so viele Spielsachen, Kleider für die Kinder und Essensvorräte haben. Auf jeden Fall haben wir jetzt ein leeres Haus, nur noch die Möbel sind da. Es war aber schon entspannend, dass wir Kaffee trinken und Mittagsschlaf machen konnten, während die um uns rum alles für uns gepackt haben. So stell ich mir das vor, mit dem Umziehen.
Nun zum neuen Haus. Das hab ich vor zwei Stunden zum ersten Mal gesehn. Also von innen. Von außen kannte ich es schon. Und ich bin äußerst zufrieden. Es ist nicht ganz so „fancy“ wie das alte, aber sehr hell und freundlich und „heimelig“. Die Lage ist ja sowieso unschlagbar, aber ich bin auch mit meinem Zimmer sehr zufrieden, ist sogar größer als das hier und neuer Teppichboden drin und frisch gestrichen. Besonders gefällt mir, dass ich direkt neben Wohnzimmer & Küche bin, im Erdgeschoss und alle anderen ihre Zimmer oben haben, also hab ich ein bisschen Abstand von den Kindern, es fällt nicht so auf, wann & wie ich heimkomme und ich hab immer noch mein eigenes Bad. Eins A!
Das schwierige an diesem Umzug ist, dass wir das Haus hier teilweise möbliert gemietet hatten, es ist sogar so, dass ein Glas uns gehört, das nächste gehört zum Haus. Deshalb müssen wir jetzt ziemlich viele Sachen neu kaufen, zum Beispiel Töpfe oder ein Bügeleisen. Aber auch Betten und Kleiderschränke. Aber wie meine family halt so ist, haben sie das HEUTE geregelt, dass sie morgen vielleicht Betten geliefert bekommen (morgen schlafen wir die erste Nacht im neuen Haus)… Kleiderschränke haben wir auch noch keine, aber was macht das schon – der überdimensionale Fernseher steht nämlich schon an seinem Platz! Das wichtigste ist da. Wobei, es kommen harte Zeiten auf uns zu. Ich bin gespannt auf die Umstellung von 5 Fernsehern auf einen. Heute wurde schon angefangen über einen nächsten Fernseher-Kauf zu diskutieren. Vielleicht auch sinnvoll, denn wir alle wissen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Situation ergibt, dass William Micky Mouse sehen will, Sully Playstation spielen will, meine hostmum American Idol schauen, Sadie aber lieber einen Barbie-Film sehen will und Chloe nicht weiß, wo sie ihre Wii anschließen soll. Und was dann? Ich kann und will es mir gar nicht ausmalen. Da kommt noch was auf uns zu…
Zu all der Aufregung – das ist es wirklich, die kids sind alle total „out of order“, als ob ein Wettbewerb läuft, wer mehr heulen kann – hat die Oma aus Amerika heute auch noch 70. Geburtstag. Die Arme, die ganze Zeit musste sie zwischen kranken oder weinenden Kindern und gepackten Kisten sitzen… Aber sie hat sich gut geschlagen.
Nun bin ich mal gespannt, wie das morgen wird. Mal schaun, ob wir tatsächlich schon im neuen Haus schlafen können. Grad eben haben wir bemerkt, dass die Movers alle Schuluniformen gepackt haben, obwohl wir eigentlich welche zur Seite gelegt hatten, na ja müssen sie halt mal normal in die Schule gehen, is doch eh viel cooler!
Jetzt geh ich also zum letzten Mal in meinem schönen Zimmerchen hier schlafen, das Haus hier hab ich ja schon sehr gemocht, aber was bin ich froh, dass ich nie mehr durch den Wald zum Zug laufen muss und hier in the middle of nowhere leben muss. Ich sag nur: ab in die Stadt! :)